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Detlef und Olaf - ein Briefroman (Auszüge)
heute habe ich mir ein Sparschwein gekauft. Da werfe ich immer ein Euro-Stück rein, wenn ich gerade an dich denke. Süß, oder? Wenn das Sparschwein voll ist, will ich es dir schenken. Dann kannst du dir davon neue Nylons kaufen. Cool, oder? Dann ham wir beide was davon. Liebe Grüße, Olaf Liebster Olaf, rate mal, was ich gerade gemacht habe! Ich habe gerade Bernie und Ert geschaut. Der hat ihn heute ganz schön hart rangenommen. Müssen wir auch mal wieder machen, grins. Aber Spaß beiseite: Ich widme mich wieder meinen Forschungen bezüglich Che Guevara. Ich habe vor, im Oktober zwei Wochen nach Bolivien zu fliegen und nach seinen Gebeinen zu graben. Diesem wichtigen Staatsmann möchte ich all meine Kraft widmen, außerdem hatte er eine männliche Ausstrahlung. Grüße, Detlef Lieber Detlef, jeder Tag ohne dich ist ein verlorener Tag. Weißt du, was ICH gerade mache? Ich zähle gerade meine Strumpfhosen. Und weißt du was? Sie sind noch alle da! Hatte schon Angst, dass meine Schwester Jessy mir eine klauen würde. Aber nein, sie hat mir sogar eine von sich geschenkt. Cool, oder? Übrigens ist es ziemlich windig geworden und kalt. Und keiner da, der mich wärmt. Ich glaube, dieser Winter wird ganz besonders streng. A propos streng: Bin am Mittwoch auf eine tolerante Party eingeladen. Ich muss noch ein bisschen einkaufen gehen, der Dresscode lautet „unten ohne“. Ich widme mich übrigens auch meinem neuen Hobby: der Seidenstickerei. Muss jetzt weitermachen, sonst verhaut mich wieder meine Schwester, weil ich nicht mit ihr spiele. Und ich hab sie doch so lieb. Liebste Grüße, Oläffchen
gerade hat es an der Tür geklingelt! Weißt du, wer da war! Pit. Er musste mein Rohr reparieren, es war schon seit Wochen undicht. Jetzt tropft es zum Glück nicht mehr, es ist wieder voll einsatzfähig. Habe ihm hinterher noch meine Briefmarkensammlung gezeigt. Auch die blaue Mauritius. Er hat nicht gemerkt, dass es nicht die echte ist. Aber er interessiert sich auch nicht für Briefmarken. Grüße, Detlef Liebster Detlef! Meine Schwester hat mich übrigens nicht verhauen, sie war nämlich gar nicht zuhause. Ich habe heute beschlossen, dass ich etwas gegen meinen Haarausfall tun muss. Man muß schließlich auf seinen Body achten und vor allem auf die Haare. Nützt ja nix, wenn sie nur da sind, wo sie nicht sein sollen, grins. Doro, meine Bekannte, hat meine Haare gut im Griff. Sie wird die Behandlung ab jetzt durchführen. Habe mir auch gerade die Fingernägel lackiert. Das ist so ein süßes Pink, das musst du mal sehen. Nächstes Mal ziehe ich mir auch wieder die Nylons für dich an, ich tue das nur für dich. Habe übrigens einen Anruf aus Rom bekommen. Der Papst will mir jetzt den Teufel austreiben. Habe aber gesagt, ich wäre nicht da. Grüße, Olaf Liebstes süßes Oläffchen, da hast du aber Glück gehabt, dass der Papst auf deine Finte hereingefallen ist! Du bist und bleibst ein Schlitzohr. Ich habe meine Haare noch ganz gut im Griff. Ich habe eben ein Puzzle zusammengesetzt. Es bestand aus 10.000 Teilen. Willst du wissen, was auf diesem Puzzle abgebildet war? Willst du es wirklich wissen? Ich sage es lieber nicht. Oder doch? Also ein ganz großer, langer, dicker. Naja, du weißt schon. Hat ziemlich gedauert, bis ich die Teile zusammen hatte. Ich wusste nie, wo oben und wo unten ist. Peinlich. Grüße, Detlef Lieber Detlef, dein Puzzle ist ja lustig. Das musst du mir unbedingt mal zeigen. Vielleicht zeigst du mir das Puzzle und ich dir meine Fingernägel. Ich habe übrigens schon wieder einen Anruf aus dem Vatikan bekommen: Die Schweizergarde sucht einen Ersatzmann, und da ich so gut trainiert bin und so markant wirke, hat man ein Auge auf mich geworfen. Mehr habe ich nicht verstanden, denn er sprach mit mir Latein. Grüße, Olaf |